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Obmann Ernst Meschik
Tel.: (06584) 76 76
Mobil: 0664 431 87 77
meschik.ernst@aon.at


Info Bertgenhütte u. Wildalmkircherlbiwak

Selbstversorgerhütten
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meschik.ernst@aon.at

 


 

Island erreicht
Island mit Teil v. Road 1
Tafelberge nächst Akureyri
Ejafjallafjord mit Insel, HG Dalvik
Abfahrt v. Kaldbakur
Pseudokrater am Mýtvatn
Sulfatfelder
Detifoss
Kontinentalgraben
Kontinentalgraben
"Littli" Geysir

Island, eine Reise in die sichtbare Vergangenheit

Für eine Fahrt ins Ausland hatten wir mehrere Ziele zur Wahl: z.B. Ararat, Elbrus, Karpaten, Bulgarien und andere. Ganz zum Schluss der Liste war noch Island zu finden. Und alle Beteiligten tippten auf Island, ohne vorherige Absprache. Damit war das Ziel klar. Das ist nicht Zufall, das ist die ausstrahlende Faszination eines Landes, unbekannt und in weiter Ferne. Man hört Einiges, aber die Vorstellungen bleiben nebulos, unklar und unvorstellbar. Das Ziel stand fest. 

Die Organisation übernahm wieder unser Obmann Ernst Meschik. Ohne Flug ist Island auf die Schnelle nicht erreichbar, daher ging es ab München mit der Finnair nach Helsinki und weiter bis Keflavik, den internationalen Flughafen von Island. Alles funktionierte reibungslos; die bestellten Mietautos standen vor dem Flughafen, 1 Nacht in Reykjavic, dann ab nach Norden, über 400 km mit Ziel Akureyri, die größte Stadt von Nordisland. Eine Stadt mit 13.000 Einwohnern in einer herrlichen Lage am Eyjafjördur. Die wunderbaren Fjorde - allerdings ohne Steilküsten wie in Skandinavien - sind ebenso ein Produkt der Eiszeit wie die Tafelberge. Island soll insgesamt von 20 Eiszeiten heimgesucht worden sein, das heißt ca. alle 100 Jahre hat sich das Klima so dramatisch verschlechtert, dass die Gletscher vorrückten und sich über die ganze Insel ausbreiteten. 

 Ja, apropos Gletscher und Schnee: Natürlich hatten wir die Schiausrüstung im Gepäck. Ein Land so hoch im Norden hat doch selbstverständlich auch Schnee. Zudem sagen Reiseführer aus, es gibt auch erschlossene Schigebiete. Das hat alles seine Richtigkeit. Die Ausnahme heuer war ein für Island sehr warmer März und Aprilhälfte. Im unteren Bereich hat sich dadurch der Schnee verflüchtigt. Die Touren beginnen zwischen 20 und 50 HM, in diesem Winter eine schneelose Gegend. Ab ca. 400 HM beginnt die Schneedecke. Da nur wenige Berge über 1000 Meter hoch sind, ist die Ausbeute für eine Schitour nicht sehr ausgiebig. Es gibt keine Bergstraßen, um die aperen Teile mit einem Fahrzeug zu überwinden. Drei Touren waren trotzdem möglich. Die Kare bieten herrliches Schigebiet, die Gipfelanstiege steil. Die Aussicht von den Bergen auf das Meer, auf Inseln und die umliegenden Berge ist prachtvoll. 

Island ohne Besuch des Mýtvatngebietes wäre ein großes Versäumnis. Mýt ist die Mücke, der See heißt Mückensee. Er hat eine Fläche von 32 km2; seine Tiefe beträgt zwischen  2 und 5 Meter. Auf dem Boden entspringen zahlreiche Quellen. Im Sommer bevölkern den See und das Gebiet Milliarden von Mücken, die aber keine Blutsauger sind, weil sie dazu nie Gelegenheit hatten. Es gab nämlich keine Warmblüter. Reiseberichte beschreiben es so: Wenn man den Mund nicht öffnen kann, die Mücken in Nase und Ohren krabbeln, die Sonne sich verdunkelt wegen der dichten Mückenwolken, dann befindet man sich am Mýtvatn. Zu unserer Jahreszeit war noch keine Mückenplage, die kommt im Sommer. Bemerkenswert sind auch die Pseudokrater, die nie Lava spuckten. Sie entstehen, wenn Lavastrom über einen flachen See fließt;dabei wird das eingeschlossene Wasser blitzartig erhitzt. Der aufsteigende Dampf sprengt die Lava und es kommt zu kleinen Explosionen, bei denen Schlacken entstehen. Die herunterfallende Schlacke baut kleine Kegel auf, die den wahren Schlackenkegeln täuschend ähnlich sehen. 

Unsere nächste Station lässt Wärme erwarten. Wir besuchen das Naturbad Mýtvatn. Alle eilen im kalten Wind zu den warmen Becken, um sich aufzuwärmen. Und das gelingt auch. Das Wasser hat über 40°. 

Anschließend besuchen wir die Sulfataren, eine brodelnde Erdoberfläche mit heißen Dämpfen und starken Schwefelgeruch. Hier wurde von Dänemark Schwefel abgebaut und für die Erzeugung von Schießpulver verwendet. Es kocht und brodelt rundherum, man glaubt, der Hölle nahe zu sein.

Wenn schon so weit im Norden, muss auch der Wasserfall Detifoss besichtigt werden. Entlang der Straße dorthin breiten sich riesige unproduktive Lavafelder aus. Ich erinnere mich: Island besteht aus 1 % Kulturlandschaft, 20 % sind naturbelassenes Weideland. 11 % entfallen auf Gletscher, 10 % auf junge Lavafelder und 3 % auf Seen. Der Rest besteht aus Ödland. Das kam mir in den Sinn auf der Fahrt zum Detifoss.

200 m3 Wasser schießen in der Sekunde 40 m in die Tiefe. Der größte Wasserfall Europas heißt es. Ein beeindruckendes Schauspiel. Ein Haushalt zu Hause benötigt im Jahr ca. 100 bis 120 m3 Wasser. Hier donnern in 1 Sekunde nahezu die doppelte Wassermenge in die Tiefe.

Der blaue Himmel versprach Schitourenwetter. Wir fuhren nach Richtung Grenivik und nahmen den 1167 m hohen Kaldbakur in Angriff. Über eine Straße konnten wir bis zum Schneebeginn auffahren. Hier wird auch eine Auffahrt mit adaptierten Schneeraupen angeboten. Es war eine ausgezeichnete Wahl. Die Sonne strahlte den ganzen Tag, der Schnee gut und die Aussicht traumhaft.

Die Zeit in Akureyri war zu Ende. Die Fahrt nach Reykjavik führte uns im ersten Teil nicht der Road 1 entlang. Wir machten einen Abstecher zur Halbinsel Tröllaskagi, um die Stadt Siglufjordör zu besuchen, die einst durch die Heringfischerei große Bedeutung hatte. Heute erinnert an die große Zeit das Heringmuseum. Fischerei wird noch betrieben, aber die Heringschwärme früherer Zeiten gibt es nicht mehr. Seit 2010 verbindet die Stadt ein 3.4 km langer Tunnel mit dem Eyjafjordür und dem übrigen Island.

Für die Stadtbesichtigung Reykjavik nahmen wir eine professionelle Führung in Anspruch. So haben wir zumindest die Innenstadt besucht. Ein schmuckes Städtchen, allerdings umgeben von Wohnsilos an der Peripherie. Imposant ist die Warmwasserversorgung der Stadt. Auf einem Hügel befinden sich 6 riesige Aluminiumtanks, mit einer Dachkuppe überdacht. Perlan heißt diese Anlage und versorgt sowohl die Hauptstadt mit Warmwasser, als auch die beheizten Gehwege und Straßen der Stadt. 

Den Rest des Tages benutzten wir für Besichtigungen außerhalb der Hauptstadt. Erste Station Pingvellir, die Schlucht Almannagja, wo der Kontinentalgraben bis zur Erdoberfläche sichtbar ist. Ein Spaziergang in und neben dem Graben lässt die Gedanken kreisen. Wo kann man schon gleichzeitig auf zwei Kontinente spazieren? Und dabei denken, was an diesem geschichtsträchtigem Ort schon alles entschieden wurde!

Die Wasserspucker durften wir nicht auslassen. So ging's weiter durch eine sehr liebliche Gegend mit ausnehmend vielen Sommerhäuschen. Offenbar ein Erholungsgebiet der Städter. Auffallend: Es gibt im Süden kaum Islandponys auf den Weiden. Im Norden waren sie zu Hunderten anzutreffen.

Nicht alle Springquellen sind aktiv. Der Strokkur ist der einzige, der verlässlich alle paar Minuten spuckt und eine Fontäne bis zu 30 m in die Luft schleudert. Ein faszinierendes Schauspiel. Den großen Bruder hat ein Erdbeben lahm gelegt. Er hat zwar glasklares heißes Wasser, aber er köchelt nur vor sich hin.

Nächste Station ist der bekannte Wasserfall Gullfoss, den man stets auf Werbungen sieht. Er sollte einem Kraftwerksbau geopfert werden, aber  der Landeigentümer stimmte nicht zu. Über zwei Kaskaden stürzt sich das schäumende Wasser in die Tiefe, um in einer Schlucht zu verschwinden. Es strömt eine Unmenge Wasser zischend in die Tiefe. Ungeheure Kräfte müssen die tonnenschweren Wassermengen erzeugen.

Auf der Heimfahrt gab es noch ein Schmankerl. In Kedir kann man einen erloschenen Vulkan besichtigen mit einer glasklaren Wasseroberfläche. Der Krater erhebt sich nicht über das Geländeniveau. Er gehört zu einer Kraterreihe, die vor 5 bis 6tausend Jahren massiv Lava hervor brachte. 

Neun Tage sind für die Insel zu wenig. Aber sie ist nicht mehr so weit entfernt. Und sie hat auch ein anderes Gesicht in unserer Erinnerung hinterlassen. Ob Schnee oder nicht: Island ist eine Reise wert.

 
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